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Feuer auf See

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Wieder dieser einschmeichelnde Schein von Frieden, und dabei sein Schiff als glühenden Ofen unter den Füßen zu haben! Die Augenbrauen des Kapitäns hob en sich ungeduldig und nervös, und seine Fäuste ballten sich, als wäre er im Begriff, dreinzuschlagen. "Wer sind Sie, zum Teufel?" fragte er.   "Ich bin der erste Bürgermeister", lautete die mit der denkbar sanftesten, angenehmsten Stimme gegebene Antwort.   Der große breitschultrige Mann brach in ein knurriges Lachen aus, das teilweise belustigt, in der Hauptsache aber nervös war. Er und der Kapitän blickten beide McCoy mit Ungläubigkeit und mit Staunen an. Daß der barfüßige Lump eine so hohe Würde bekleiden sollte, war ihnen unfaßbar. Seine aufgeknöpfte Leinenjacke zeigte eine graubehaarte Brust und die Tatsache, daß er keine Unterjacke trug. Ein abgetragener Strohhut verbarg nur schlecht das zottige graue Haar. Über die Brust wallte ein ungekämmter Patriarchenbart. In jedem billigen Ramschladen hätte man ihn für zwei Schilling so herausstaffieren können, wie er vor ihnen stand.   "Sind Sie verwandt mit dem McCoy von der 'Bounty', dem von dem Meutererschiff, wie?" "Der war mein Urgroßvater."   "Ach, wirklich", sagte der Kapitän und bedachte sich dann. "Mein Name ist Davenport, und dies ist mein erster Steuermann, Mr. König."   Sie gaben sich die Hand.   "Und nun zum Geschäft." Der Kapitän sprach schnell, als ob die Dringlichkeit seine Rede zur Eile drängte. "Wir haben seit mehr als vierzehn Tagen Feuer. Jeden Augenblick kann die Hölle losbrechen. Deshalb hab' ich auf Pitcairn gehalten. Ich will das Schiff hier auflaufen lassen oder anbohren, um den Rumpf zu retten."   "Da haben Sie einen Fehler gemacht, Kapitän", sagte McCoy. "Sie hätten nach Mangareva fahren sollen. Dort ist ein prachtvoller Strand und eine Lagune, still wie ein Mühlteich."   "Aber wir sind doch nun einmal hier, nicht wahr?" sagte der erste Steuermann. "Das ist die Sache. Wir sind hier und müssen etwas tun."   McCoy schüttelte freundlich den Kopf.   "Hier können Sie gar nichts tun. Hier ist kein Strand. Nicht einmal ein Ankerplatz."   "Schwindel!" sagte der Steuermann. "Schwindel!" wiederholte er laut, als  der Kapitän ihm ein Zeichen machte, daß er höflicher sprechen sollte. "So einen Unsinn können Sie mir nicht vorreden. Wo haben Sie denn Ihre eignen Boote, he - Ihren Schoner, Ihren Kutter, oder was Sie sonst haben, he? Beantworten Sie mir das bitte."   McCoy lächelte ebenso liebenswürdig, wie er sprach. Sein Lächeln war eine Liebkosung, eine Umarmung, die den müden Steuermann umfing und in die Ruhe und Friedlichkeit von McCoys ausgeglichener Seele zu ziehen suchte.   "Wir haben keinen Schoner oder Kutter", erwiderte er. "Wir tragen unsre Kanus oben auf die Klippen." "Das muß ich sehen, ehe ich's glaube", brummte der Steuermann. "Wie kommen Sie denn zu den andern Inseln, he? Wollen Sie mir das sagen?"   "Wir fahren nicht hin. Als Gouverneur von Pitcairn muß ich manchmal hin. In jüngeren Jahren war ich lange Zeiten unterwegs - zuweilen auf Handelsschonern, meistens aber auf der Missionsbrigg. Aber die besteht nicht mehr, und wir sind jetzt auf vorüberfahrende Schiffe
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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